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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Fundstellen für Grabmalinschriften

Auf der Suche nach tröstlichen letzten Worten für Traueranzeigen ebenso wie für Grabmalinschriften kann man heutzutage zahlreiche Vorschläge im Internet finden, zum Beispiel unter www.trauerspruch.de oder www.den-tod-anzeigen.de/trauertexte.htm.

Noch vor 25 Jahren, als es das World Wide Web (www) noch nicht gab, war das noch ganz anders. Aber auch wer in diesen Tagen nicht im Internet surfen möchte, sondern gedruckten Beispielsammlungen den Vorzug gibt, findet Bücher zu diesem Thema, zum Beispiel jenes mit dem Titel "Grabmalinschriften", Untertitel "Worte zum Tod für das Leben". Es erschien im Jahre 1985, also noch vor dem Start des World Wide Web in den neunziger Jahren und ist auch in der Bibliothek des Förderkreises im Museum Friedhof Ohlsdorf vorhanden. Die Autoren Donatus M. Leicher und Odilo Kaiser sind zwei Freiburger, dem Dominikanerorden angehörige Theologen. Donatus M. Leicher ist darüber hinaus auch als Bildhauer tätig. Für ihn sind also Inschriften auf Grabmalen eine vertraute Arbeit.

Ihr Buch enthält rund 1300 Texte aus der Bibel und aus anderen antiken Literaturen Europas und Asiens aus den Bereichen Religion, Dichtung und Philosophie. Unter anderem werden auch jüdische, gnostische, buddhistische, chinesische, römische und frühchristliche Werke zitiert. Ein Register mit über 60 Stichworten und an die 1300 Seitenverweisen erschließt die thematische Vielfalt der von den Autoren gesammelten Texte. Auf das Stichwortverzeichnis folgt im Anhang des Buches noch ein Kapitel mit Abbildungen von zeitgemäßen Schriftgestaltungsbeispielen. Diese künstlerischen Entwürfe veranschaulichen, wie die dichterischen Worte in Metall oder Stein, den harten Materialien der Grabmale, wirken können.

Reichlich Stoff zum Nachdenken über Inschriften auf Grabsteinen bietet auch das Buch mit dem Titel "Mein letztes Wort. Der Grabstein als Visitenkarte" von Conny Böttger und Peter Cardorff, erschienen 2003 im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf in Berlin. Der selbst geplante eigene Grabstein ist ja die letzte Möglichkeit, eine eigene Visitenkarte der Nachwelt zu hinterlassen. Und in diesem Buch wird klar, dass durchaus nicht nur Texte aus heiligen Schriften als Vorlage dienen müssen, sondern dass vielerorts auf den Friedhöfen Spuren eigenen Nachdenkens und sprudelnder Kreativität der Verstorbenen zu finden sind. Das Buch ist reich bebildert – allerdings nur in schwarz-weiß. Unter den nach Themen sortierten Bildbeispielen sind auch zahlreiche Fotos, die auf den Hamburger Friedhöfen Ohlsdorf und Öjendorf aufgenommen wurden.

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Grabmalinschriften (März 2010).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2022).