Direkt zum Inhalt

OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Über die Erhaltung des Bülow-Denkmals

Von Bülows Grabstätte, eine Ehrengrabstätte der Stadt Hamburg, schmückt seit 1897 ein Denkmal.

„Es ist ein einfaches, vornehmes Mal mit edler Architektur. In einer Nische ruht die Asche des Verblichenen, ein Reliefbildnis gibt seine Züge wieder.“ So beschreibt Alexander Heilmeyer die Exedra mit hohem ädikulaartigem Aufbau, ein Werk von Adolf von Hildebrand, einem führenden Bildhauer seiner Zeit in Deutschland. Die kannelierten Pilaster enden in zwei zierlichen, reizvollen Bronzekapitellen in Form von geflügelten Köpfen. Auf der Bronzeurne, einer griechischen Vase gleich, erkennt man einen Kithara spielenden Jüngling, zu dem der Lyra tragende Todesengel tritt: Der Tod unterbricht die Musik. Freunde des Dirigenten und Klaviervirtuosen trugen wesentlich zur Finanzierung des Denkmals bei, sie weihten es 1899 feierlich ein.

Grabmal Bülow
Grabmal Hans von Bülow (Foto: Duckwitz)

Mit den Jahrzehnten verfiel das Denkmal. Als dem Interessenverband Deutscher Komponisten der desolate Zustand bekannt wurde, stellte er sich die Aufgabe, es renovieren zu lassen, und wandte sich 1978 an vierzig herausragende Dirigenten in aller Welt mit der Bitte, aus eigener Sicht auf die Bedeutung von Bülows als Musiker hinzuweisen. 29 Antworten gingen ein. Es entstand eine Autographensammlung, die als Faksimile-Ausgabe in 1000 Exemplaren am 29. November 1978 bei Hauswedell & Nolte in Hamburg zugunsten der Denkmalrenovierung versteigert wurde. Eine Kopie dieser Ausgabe mit dem Titel „Hans von Bülow im Urteil berühmter Dirigenten“ wurde dem Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. freundlicherweise von der Hans-von-Bülow-Gesellschaft in Meiningen überlassen und liegt im Museum Friedhof Ohlsdorf aus. In einer Steinplatte vor dem Denkmal sind die Namen der Dirigenten verewigt.

Im Jahr 2001 mussten an dem Denkmal wieder Schäden festgestellt werden. Dank einer großzügigen Spende konnte der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. Sicherungsmaßnahmen am Fundament, Ausbesserungen der Fugen und eine schonende Oberflächenreinigung des Gesteins vornehmen lassen. Die Bronzeteile an dem Denkmal blieben zunächst mit starker Patina überzogen.

Kopf
Bronzemedaillon vor und nach der Restaurierung (Foto: Duckwitz)

Die plastischen Darstellungen waren daher kaum mehr erkennbar, bis 2004, dem 110. Todesjahr von Bülow. Der Förderkreis konnte wieder aus seinem Spendentopf schöpfen und ermöglichte damit auch die Metall-Restaurierung.

Kapitell
Bronzekapitelle vor und nach der Restaurierung (Foto: Duckwitz)

Die Oberflächen wurden mittels rotierender feiner Kunststoffbürsten vorgereinigt und anschließend feinpoliert. Der Oberflächenschutz erfolgte mit Wachsöl.

Urne
Bronzeurne vor und nach der Restaurierung (Foto: Duckwitz)

Das Ergebnis der Arbeit ist erstaunlich: Die vielen feinen Einzelheiten, die nunmehr zutage gekommen sind, kann man nur schwerlich beschreiben, man muss sie gesehen haben. Schon aus mehreren Metern Entfernung wird man auf sie aufmerksam.

Auflistung alle Artikel aus dem Themenheft Tier und Tod (Februar 2005).
Erkunden Sie auch die Inhalte der bisherigen Themenhefte (1999-2022).